
Einmal im Leben muss man als Berliner bei Tim Raue gewesen sein. Beachtet aber bitte, dass die Preise sich gerade wegen der zwei Michelin Sterne gewaschen haben. Wenn ihr euch das Erlebnis der Sterneküche nicht entgehen lassen wollt, empfehlen wir euch einen Besuch zur Mittagszeit. Freitags und samstags könnt ihr von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr den (veganen) Lunch genießen, ein 4-Gänge-Menü kostet dann 122,00€ pro Person. Zum Vergleich: Das Abendmenü Kolibri, bestehend aus 7 Gängen, kostet 268,00€ pro Person. Es ist zwingend notwendig auf der Website einen Tisch mit Uhrzeit zu reservieren, ein spontaner Besuch ist nicht möglich.
Das Restaurant des Starkochs befindet sich im Herzen Berlins in der Nähe des U-Bahnhofs Kochstraße (am Checkpoint Charlie). Der Eingang ist etwas versteckt, man muss dafür durch eine Einfahrt in den Innenhof gehen, rechts findet sich dann der Eingang zum Restaurant. Die Küche ist sehr stark geprägt von asiatischen Einflüssen.
Das Restaurant ist vorwiegend in einem dunkleren Blauton gehalten, der Eingangsbereich ist schlicht und überladen. Man meldet sich an und wird anschließend von einer bedienenden Person zum Tisch gebracht.

Der Innenraum

Die Tischdeko
Das Essen
Wir haben uns für je 4 Gänge aus dem veganen und dem fleischhaltigen Lunch entschieden.

Die Starter
Begonnen wurde das Menü mit einer kleinen Auswahl an Startern. Zum fleischhaltigen Menü gab es, nebst einer Verzehrempfehlung hinsichtlich der Reihenfolge: Karamellisierte Cashew Kerne, Sichuan Schweinebauch, Geräucherte Saiblingsleber und Saiblingslebercreme mit Basilikum, Wintersalat mit Granatapfeldressing und Sumach, Krustentiersud mit Süßkartoffel und Butter, lila Curry Marshmallow und Kokosnuss, Hokkaido Kürbis mit Orangenessig und Muskatblüte, Chayote mit Reisessig und Holunderblütensirup. Das vegane Menü war ähnlich, einige Bestandteile waren sogar gleich. Unsere Favoriten aus der kleinen Vorspeise waren die Cashew Kerne und der Hokkaido Kürbis.
Kurze Zeit später kam schon der erste Gang an unseren Tisch. Der Kellner hat uns zu jedem Gang eine kleine Geschichte hinsichtlich der Zubereitung oder der Historie des Gerichts nennen können, was das Essen noch besonderer gemacht hat. Zwischen den Gängen selbst lag immer eine gewisse Zeit, um das Essen in Ruhe genießen zu können. Wie in der sterneküche üblich sind die Portionen hier überschaubar, wer großen Hunger hat, sollte vielleicht vorher noch eine Kleinigkeit essen.

Knollensellerie, Miso, Mandarine

Wasabi Karotte mit Limette

Zanderfilet

Topinambur mit schwarzem Trüffel

Wagyu Rind mit roten und grünen Paprika

Kiwi und Kokoseis

Das vegane Dessert

Dim sum ente à l’orange, Kumquat, Kürbis
Der Geschmack
Geschmacklich haben uns die Gerichte nicht unbedingt von den Socken gehauen. Das Essen war gut, keine Frage. Es wurden oft Dinge miteinander kombiniert oder Zutaten verwendet, mit denen man nicht alltäglich kocht. Allerdings fanden wir, dass vieles geschmacklich einfach überladen war. zum Teil konnte man die einzelnen Komponenten nicht mehr herausschmecken. Manchmal wäre weniger eben doch mehr.
Ein kleines Schmankerl
Zum Abschluss gab es noch den Gruß aus der Küche: Dreierlei vom Apfel (Granny Smith) in einem hübschen matroschkaähnlichen Püppchen.
Bewertung
- Geschmack: 8,5 von 10 Kirschen
- Preis / Leistung: 5,5 von 10 Kirschen
- Atmosphäre: 8 von 10 Kirschen